Eine neue Studie der Universität Neuenburg rechnet für die Langzeitpflege mit mehr als einer Verdoppelung der Kosten bis ins Jahr 2030.* Dabei zeigt sich aber auch enormes Sparpotenzial: Mit einer Verkürzung der in Alters- und Pflegeheimen verbrachten Zeit und einer verstärkten Inanspruchnahme der Spitex-Dienste könnten laut der Studie rund 1,8 Milliarden eingespart werden.

Deutliche Zunahme der Langzeitpflegekosten

Die vom Schweizerischen Gesundheitsobservatorium (Bundesamt für Statistik) bei der Universität Neuenburg (Institut de recherches économiques) in Auftrag gegebene Studie vom April 2006 untersuchte die zukünftigen Kosten bei der Langzeitpflege. Das Grundszenario errechnet die Kostenentwicklung bei einer Verlängerung der aktuellen Trends. Von 6,5 Milliarden Franken im Jahr 2001 würden dabei die Kosten auf 15,3 Milliarden im Jahr 2030 ansteigen – also mehr als eine Verdoppelung in weniger als 30 Jahren!
Als wichtigste Einflussfaktoren wurden dabei die demographische Entwicklung, die Pflegebedürftigkeit und die Fallkosten berücksichtigt. Das Kostenwachstum geht dabei hauptsächlich auf das Konto der steigenden Fallkosten und nicht etwa auf die demographischen Veränderungen. Die Mehrkosten wegen des Anstiegs der Patientenzahl werden nämlich nur auf 37 Prozent veranschlagt. 63 Prozent des Kostenschubs verursacht hingegen der Preisanstieg und die Ausweitung des Umfangs der Pflege pro Patient.

Entscheidende Fallkosten

In einem Alternativszenario geht die Studie aber davon aus, dass durch die Zunahme der Lebenserwartung ein Pflegeheimeintritt entsprechend später erfolgt. Wenn sich damit das Durchschnittsalter beim Eintritt in die Langzeitpflege um ein Jahr erhöht, würde dies den Kostenanstieg um schätzungsweise 14 Prozent vermindern.
Bei einem weniger starken Anstieg der Fallkosten könnten ebenfalls Kosten reduziert werden. Bei einer jährlichen Wachstumsrate von 1,5 Prozent statt der angenommenen 2,6 Prozent liessen sich Gesamtkosten im Umfang von 1,7 Milliarden Franken einsparen.

Einsparungen dank Spitex

Die Studie macht auch deutlich, wie dank verstärktem Einsatz der Spitex-Dienste der Kostenanstieg gebremst werden kann: Wenn rund 19'000 Personen statt in Alters- und Pflegeheimen durch die Spitex betreut würden, sei mit einer Kostenreduktion bei der Langzeitpflege von 1,8 Milliarden Franken zu rechnen. Im Spitex-Bereich stiegen zwar die Aufwände vergleichsweise stärker an (+0,2 Milliarden), durch die massiven Einparungen bei der Betreuung in Alters- und Pflegeheimen (-2,0 Milliarden) würde dieser Anstieg aber mehr als wett gemacht. Die Studie erwähnt auch, dass bei der Mehrzahl der Staaten in Europa rund 30% der öffentlichen Ausgaben für die Langzeitpflege bei den Spitex-Diensten anfallen, während diese in der Schweiz lediglich 14% betragen. Die Spitex-Kosten in der Schweiz liegen also deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
Diese Zahlen belegen einmal mehr, dass Spitex im Gesundheitswesen eine effiziente und wirtschaftliche Lösung darstellt und dass durch den vermehrten Einsatz der Spitex-Organisationen der Kostenanstieg in der Langzeitpflege markant gebremst werden kann.

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