Bei der künftigen Pflegefinanzierung muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der grosse Nutzen von Spitex nicht verhindert wird. Sowohl ungünstige Finanzierungsverhältnisse zwischen Heimen und Spitex oder Spitälern und Spitex als auch die zu hohe Belastung der Klienten können dies verursachen.

Zu hohe Anteile zulasten der Krankenkassen

Wenn neue Finanzierungslösungen dazu führen sollten, dass die Spitex-Leistungen z.B. zu 100% über die Krankenkassen finanziert werden sollen und diese bei den Pflegeheimen nicht der Fall sein sollte, wird dies zu sehr unglücklichen Bewegungen führen. Die Krankenkassen werden nämlich in einem solchen Fall darauf drängen, ihre Kunden früher im Altersheim zu wissen. Dies unabhängig davon, dass die neueste OBSAN-Studie belegt, dass gerade dies völlig falsch wäre. Will man dies verhindern, muss unbedingt für neutrale Steuerungsmechanismen gesorgt werden.

Wenn die KlientInnen selber bezahlen müssen

Verpflichtet man die Spitex-KlientInnen, einen grösseren Anteil der Spitex- Betreuung und/oder die Grundpflege selber zu bezahlen, werden sie ausweichen und vermehrt die kassenpflichtigen Dienste von Ärzten, Spitälern und Kur-Institutionen in Anspruch nehmen, obwohl durch die entsprechenden Spitex-Dienstleistungen Geld gespart werden könnte. Diese auf den bundesrätlichen Ideen basierende, durchaus wahrscheinliche Entwicklung wird die Kosten im Gesundheitswesen massiv steigern. Der bundesrätliche Kostensenkungsplan wird also genau das Gegenteil der gesteckten Ziele erreichen.
Ein weiterer Effekt wird sein, dass viele KlientInnen aus Kostengründen länger ohne die ihnen zustehende Pflege ausharren und unbetreut bleiben. Sie werden deshalb bereits früher (und somit länger) zu schweren Pflegefällen. So zeigt sich auch hier eine kostensteigernde Entwicklung. Die aktuellen Bundesrats-Ideen, im Bereich der spitalexternen Pflege für das Gesundheitswesen als Ganzes Geld zu sparen, sind schlicht falsch.
Die demografische Entwicklung der nächsten zwei Jahrzehnte wird zudem ohne gut ausgebaute und leistungsfähige spitalexternen Pflege finanziell überhaupt nicht mehr tragbar sein (siehe OBSAN-Studie). Allein im Kanton Bern werden es 9000 zusätzliche Betagte sein, die unserer Hilfe bedürfen werden. Ein Pflegeheim kann bis zu 60 Menschen aufnehmen. Der Rest der Rechnung sei dem Leser überlassen. Eine Frage sei erlaubt: Wer soll die 200 zusätzlichen Pflegeheime im Kanton Bern bezahlen?

Volkswirtschaftlich kurzsichtig

Solange ein Mensch nicht in einem Pflegeheim betreut werden muss, steht es ihm frei, die Spitex zu beanspruchen oder nicht. Er wird also möglichst vorsorgen, um dem Umstand zu entkommen, die Spitex-Leistungen selber bezahlen zu müssen. So werden einerseits Herr und Frau Schweizer faktisch dazu aufgefordert, im Alter kein "offizielles" Vermögen mehr zu besitzen, um dem Bezahlen solcher Spitex-Leistungen auszuweichen. Sie werden vermehrt Schwarzgelder äufnen und ihre Liegenschaften beizeiten ihren Nachkommen überschreiben.
Andererseits werden viele Steuerzahler plötzlich keine oder viel weniger Steuern mehr zahlen müssen, weil sie die gesamten Pflegekosten von ihrem steuerbaren Einkommen abziehen können. Dies wird dem Kanton und den Gemeinden Verluste bei den Steuereinnahmen bescheren.

Kostenverteilung im Gesundheitsbereich

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